DAS VERLORENE DORF

Beim verlorenen Dorf handelt es sich um ein Kunstwerk von Stefan Schilling im Mittelpunkt der Dörfer Nennslingen, Gersdorf, Biburg und Wengen. Es besteht aus vier Edelstahl-Modellen von Häusern im Maßstab 1:8. Das Besondere daran ist, dass es sich um Rekonstruktionen von abgerissenen Jurahäusern aller vier Ortschaften handelt, die lange Zeit das Ortsbild prägten. Anhand einer Infotafel nahe des Kunstwerks erfährt man die Geschichte hinter den Häusern.

Das-verlorene-Dorf Verlorenes-Dorf-Nennslingen-Gersdorf-Wengen-Biburg

Das Haus aus Wengen beispielsweise brannte 1816 vor den Augen seines Besitzers. Einige Jahre später ging es über an seinen Schwiegersohn und bekam ein Backhäuschen sowie einen Stall. 1956 wurde das Jurahaus mitsamt seinem Legschieferdach komplett abgerissen.
Welche Geschichten hinter den anderen drei Häusern stecken?

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

Leider ist das verlorene Dorf in Google Maps nicht verzeichnet. Daher findet ihr hier eine Beschreibung:
Von Gersdorf in Richtung Biburg nach dem Ortsende links abbiegen. Das verlorene Dorf ist in den umliegenden Ortschaften (Nennslingen, Gersdorf, Biburg und Wengen) durch die typischen braunen Schilder gut ausgeschrieben und dadurch leicht zu finden.

 

WAS KENNZEICHNET EIN JURAHAUS?

Jurahäuser gibt es im Altmühltal, ganz besonders im so genannten Altmühljura, einige. Besonders verbreitet sind sie im Landkreis Eichstätt und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, doch auch bei Kelheim finden sich einige Exemplare.

Doch was kennzeichnet ein Jurahaus?
Charakteristisch für Jurahäuser sind flach geneigte Dächer, die mit Steinen bedeckt sind. Folglich gibt es kaum einen Dachüberstand und einen gewaltigen Dachstuhl, der die schweren Platten trägt. Außerdem typisch sind die kleinen Fenster und recht einfache Fassaden.
Dabei ist das Jurahaus nicht nur eine Bauform für die ärmere Bevölkerungsschicht. Auch größere Bauern- und Wirtshäuser wurden in diesem Stil gebaut. Die meisten Jurahäuser der Region sind mehrere hundert Jahre alt.

Warum gibt es Jurahäuser nur in wenigen Gebieten?
Diese Gegebenheit hängt mit den Steinbrüchen der Region zusammen. Die Steine aus denen die Jurahäuser erbaut wurden mussten von den Steinbrüchen zu den Häusern gebracht werden. Dabei waren vor allem die Kalkplatten des Juras geeignet. Die Steine wurden häufig sehr mühsam zu ihrem Bestimmungsort transportiert. Häufig wurden hierfür auch Ochsenkarren verwendet.

Wo kann ich ein Jurahaus von innen sehen?
Seit 10. Oktober 2014 gibt es das Jurahaus-Museum in der Rotkreuzgasse in Eichstätt. Dort kann man nicht nur das Jurahaus selbst besichtigen, sondern auch wichtige Informationen zur Geschichte der Jurahäuser bekommen. Öffnungszeiten sind mittwochs von 09:00 – 12:00 Uhr, freitags von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr und sonntags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Sehenswert ist dabei dieser Beitrag des Bayerischen Rundfunks.

Projekt Jurahaus
Da es heutzutage immer weniger Jurahäuser gibt, hat sich im Jahr 2011 das Projekt Jurahaus
gegründet.
So sollen Jurahäuser mithilfe des Projekts saniert und neu genutzt werden. So entstand auch das Bürger- und Kulturzentrum KRONE in Kipfenberg oder das Gemeinschaftshaus in Georgenbuch nahe Riedenburg.

Kerstin

DOLLNSTEIN

Eine über 800 Jahre alte Burg, Jurahäuser und einen berüchtigten Kletterfelsen. All das hat der Markt Dollnstein zu bieten. Dabei wurde der Ort erstmals Anfang des 11. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Damals war er noch unter dem Namen „Tollunstein“ bekannt, welcher sich im Laufe der Jahrhunderte in das heutige Dollnstein gewandelt hat. Dabei wird vermutet dass der zweite Teil des Namens, „-stein“, auf den Felsen zurückzuführen ist, auf dem die Dollnsteiner Burg errichtet wurde.

Dollnstein Um diese Burg herum befindet sich der heutige Ortskern, der von einer Wehrmauer umschlossen wird. Diese ist nach wie vor vollständig erhalten.
Eine der repräsentativsten Bauten des Marktes stellt das Pfarrgebäude da, das vermutlich nach Plänen von Gabriel de Gabrieli errichtet wurde. Die Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben dem Pfarrhaus befindet, wurde Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet. Besonders charakteristisch ist der gotische Chor, der mit verschiedenen Fresken ausgestattet wurde, die man noch heute bestaunen kann.

DSCN1255
Auch für Naturfreunde und Wanderer hat der Markt einiges zu bieten. So befindet sich direkt an der Straße von Dollnstein nach Breitenfurt auf der linken Seite der Burgsteinfelsen. Mit einer Höhe von 45 Metern ist er besonders bei Kletterern sehr beliebt. Seit dem Jahr 2002 findet er sich zudem auf der Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin