Wanderweg Nr. 1 Mörnsheim

Vor zwei Jahren waren wir schon mal rund um Mörnsheim unterwegs. Jetzt hat es uns wieder in die schöne Gegend verschlagen. Unser heutiges Ziel: Der Schnorgackl. Was genau das ist, wie man dorthin kommt und was den Rundweg Nr. 1 für Kinder so faszinierend macht, lest ihr in diesem Beitrag.

Mörnsheim Rundweg 1 Schäfchenweg

Startpunkt unserer kurzen Rundwanderung (etwa 5 km) ist der Parkplatz am Kindergarten. Von hier aus folgen wir stets dem grünen Schild mit dem weißen Schäfchen. Der so genannte Schäfchenweg wurde vor einigen Jahren von der Schule Mörnsheim und ihren Schülern sowie einigen Senioren gemeinsam angelegt. Ein toller Naturerlebnispfad mit zahlreichen  kindgerechten Inhalten wartet hier auf euch.

Der Fußweg führt uns in Richtung Sportplatz und dann hinauf zu der Altendorfer Höhle, dem Grafsloch. Hier lebten einst sogar Neandertaler, von denen bei Grabungen Werkzeuge gefunden wurden.

Mörnsheim Rundweg 1 Schäfchenweg

Vorbei an einigen Stationen, an denen Kinder balancieren können, geht es weiter hinauf zu der Wacholderheide. Eine sehr spannende Landschaftsform, die es im Altmühltal übrigens immer wieder gibt, beispielsweise auch bei Gungolding. Von oben lässt es sich prima über das Altmühltal blicken. Ein schöner Ausblick, der den kurzen Aufstieg allemal wert ist.

Von dort ab geht es immer weiter nach oben bis zum Gutshof Lichtenberg. Diesen durchqueren wir, um zum Schnorgackl zu kommen.

Was ist dieser Schnorgackl?

Auf dem Maxberg bei Mörnsheim, direkt neben der Solnhofen Stone Group, gibt es eine kleine Gaststätte, das Gasthaus „Schnorgackl“. Hier gibt es leckeres Essen mit sehr großen Portionen – Mit sehr groß meine ich wirklich, wirklich sehr groß :)

Seinen Namen hat die Wirtschaft von einem Urzeitkrebs. Die Arbeiter hatten für den Langarmkrebs einen ganz eigenen Namen: Schnorgackl. Zur Erinnerung an diese Zeit und da sich das Restaurant direkt neben einem natursteinbearbeitenden Betrieb befindet, gaben die Wirtsleute ihm diesen Namen.

Damit dürfte das Geheimnis rund um den Schnorgackl gelüftet sein. Kennt ihr ähnliche Geschichten oder Restaurants, die ebenfalls über einen solchen Weg zu einem ganz besonderen Namen gekommen sind? Dann freue ich mich über euren Kommentar!

Mörnsheim Rundweg 1 Schäfchenweg

Nach unserer kurzen Einkehr folgen wir den Schildern wieder nach unten, vorbei an weiteren Trockenhängen und Wiesen. Unweit von hier ist der ehemalige Fossilienerlebnisplatz im Apfeltal. Der neue Fossilienerlebnisplatz ist der Fossilienbesuchersteinbruch in Mühlheim. Wenn ihr Kinder dabei habt ein weiteres Muss. Denn hier kann nach Belieben nach Fossilien gesucht werden und die Kleinen fühlen sich schnell wie richtige Archäologen.

Nach wenigen Schritten gibt es wieder einen tollen Ausblick – dieses Mal jedoch über den Nachbarort Mühlheim. Nur noch wenige hundert Meter trennen uns nun noch vom Ausgangspunkt. Auf dem Rückweg zum Parkplatz könnt ihr selbstverständlich auch durch den Markt Mörnsheim schlendern. Ein malerischer Ort, der einen Besuch allemal wert ist.

Ein ideales Ausflugsziel, wenn ihr nur einen kurzen Ausflug machen wollt oder mit kleinen Kindern unterwegs seid. Seid ihr den Weg schon mal gewandert? Oder kennt ihr noch andere Rundwanderwege in der Region? Immer her mit euren Tipps in den Kommentaren :) Ich freue mich.
Kerstin

EIN HERZ AUS STEIN – wie der juramarmor die landschaft prägt

Oben am Berg bei Eichstätt findet man sie: riesengroß aufgeschüttete Hügel aus Geröll und kleinen Steinen. Einer davon befindet sich in der Nähe der Lüften, einem Einsiedlerhof mit italienischen Restaurant, und ist besonders hoch. So hoch, dass sich vor einigen Jahren Leute den Spaß erlaubt haben, ein Gipfelkreuz darauf zu errichten.

Doch der Schutt kommt nicht von irgendwo her. Da, wo er einst war, findet man jetzt große Krater in der Erde. Steinbrüche, in denen riesige Maschinen nahezu das ganze Jahr über damit beschäftigt sind, Naturstein, besser gesagt Jurakalkstein, abzubauen.

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Wie kommt der Stein in die Erde?
Beim Jura handelt es sich um ein Gestein aus der Gruppe der Sedimentgesteine. Diese Gesteine entstanden vor vielen Millionen Jahren, als sich verschiedenste Materialien nach und nach ablagerten.
Das geschah im Urmeer, das einst das Gebiet rund um das Altmühltal bedeckte. Sterbende Tiere sanken ins Meer und wirbelten durch den Aufprall Sand und kleinere Partikel auf, die sie bedeckten. So entstanden auch einige der Fossilien, die man heute rund ums Altmühltal in Museen bestaunen kann, beispielsweise im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen oder auf der Eichstätter Willibaldsburg.
Diese Schichten trockneten mit dem Urmeer aus. Aus dem verdunsteten Material wurde nach und nach Stein.

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Was geschieht beim Steinbruch?
Heute wissen wir um den Wert des Rohstoffs und bauen ihn schon seit Jahrhunderten in Steinbrüchen ab. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, um den Stein aus dem übrigen Boden zu lösen.

Variante eins ist das Brechen des Steins. Hierfür werden rund um das gewünschte Stück Löcher mit einem Steinbohrgerät gebohrt. Mit Eisen oder einem Lader wird versucht, das Stück Stein abzudrücken. Das ist der Grund, weshalb um große Steinblöcke immer wieder Löcher zu finden sind. Sie kommen von den Bohrgeräten.
Die zweite Variante ist die, den Stein abzusprengen. Das wird auch in unserer Gegend hin und wieder betrieben, ist aber oft weniger wirtschaftlich als die erste Variante. Durch das Sprengen kann der Stein in sich beschädigt werden und wird dann oft nur noch als Schotter weiterverwendet.

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Direkt nach dem Lösen des Steins aus dem Steinbruch wird der Stein in die Weiterverarbeitung geschickt. Manche Steine werden auch für die Wintermonate, in denen es gefriert und keine Arbeit im Steinbruch möglich ist, eingelagert. In der Weiterverarbeitung entstehen meist Fliesen, Fensterbänke oder Wandfassaden.
Im ersten Schritt wird die grobe Höhe festgelegt, die die Platte haben soll. In einer riesigen Sägeanlage wird der Stein auf die gewünschte Höhe gekürzt. Anschließend folgen die Bearbeitung der Tiefe und der Breite des Werkstücks.
Zu guter Letzt wird die Anmutung des Produkts herausgearbeitet. Je nachdem, ob ein Stein eher offenporig oder geschlossen sein soll, wird er gebürstet und gesandstrahlt oder poliert.

Apropos: Nicht nur der Ort, an dem Stein abgebaut wird, sondern auch der Vorgang an sich, wird als Steinbruch bezeichnet.

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Wie entstehen Schleifschlammseen?
Die Sägen, die nur durch den harten Stein kommen, schleifen eher als dass sie einen festen Schnitt setzen. Bei diesem Vorgang werden sie durch Kühlwasser vorm Überhitzen geschützt. Auch bei der Weiterverarbeitung fließt Wasser über den Stein, um die übrigen Partikel gründlich vom Werkstück zu entfernen. Dieses Wasser ist mit Steinstaub belastet und wird auch als Schleifschlamm bezeichnet, also verdicktes Wasser, das durch das Schleifen des Steins entsteht.

Durch hochwertige Verfahren kann das Wasser heutzutage nahezu vollkommen gereinigt werden. Früher, als die technischen Möglichkeiten noch nicht so ausgereift waren, wurden die alten Steinbrüche mit diesem Schleifschlamm befüllt. Der Steinstaub setzte sich am Boden ab und sedimentierte. Da das Wasser über die Zeit hinweg verdunstete, entstand so eine harte Steinfläche, die die ehemaligen Brüche nahezu vollständig bedeckt.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

WILLIBALDSBURG

Unweit von Eichstätt befindet sich auf dem Willibaldsberg die Willibaldsburg. Man kann sie zu Fuß über diverse Wanderwege erreichen oder auch mit dem Auto dorthin fahren. Da das Wetter es dieses Jahr noch recht gut meint, lässt sich momentan der Fußweg, der an der Schlagbrücke beginnt besonders empfehlen. Wenn man von hier aus startet kann man die weniger offiziellen Teile der Befestigung, wie z.B. auch die Kerkeranlagen, bestaunen.


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Aufgang zur Willibaldsburg von der Schlagbrücke aus

Während die Burg früher als Befestigung diente, findet man heute darin das Jura-Museum. Dort gibt es zahlreiche Fossilien für die das Altmühltal so bekannt ist. Selbstverständlich auch den berühmten Archaeopteryx. Der perfekte Ausflug für einen kalten und verregneten Tag wie heute.

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Die Burg mit Brücke

Doch noch viel bekannter ist die Burg für ihren Bastionsgarten, der auf der Sammlung eines Fürstbischofs aus dem 16. Jahrhundert basiert. Da der Garten im 30-Jährigen Krieg vollständig zerstört wurde, begann der Wiederaufbau mithilfe des Kupferstichs „Hortus Eystettensis“ und wurde Ende der 90er fertig gestellt.

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Blick auf den berühmten ‚Hortus Eystettensis‘

Vor allem im Sommer kann man die Blütenpracht des historischen Gartens bewundern. Etwas, worauf man sich schon jetzt freuen kann.

Viel Spaß beim Entdecken!
Eure Kerstin