HOFGARTEN UND SOMMERRESIDENZ

Gabriel de Gabrieli war einer der bedeutendsten Architekten für die Stadt Eichstätt. Neben Gebäuden wie die Frauenbergkapelle, Notre Dame oder das Kloster Rebdorf erbaute er auch die ehemalige fürstbischöfliche Sommerresidenz nahe der Katholischen Universität. Diese wurde Anfang der 70er Jahre durch Karljosef Schattner umgebaut und saniert, sodass sich nun einige Verwaltungseinheiten der Universität in dem Gebäude befinden.

Hofgarten und Sommerresidenz

Direkt im Anschluss der Sommerresidenz befindet sich der Hofgarten, der ebenfalls von Gabriel de Gabrieli gestaltet und erbaut wurde. So sind am südlichen Rand des über 22.000 Quadratmeter großen Geländes drei Gartenpavillions die von dem Hofbaumeister errichtet wurden.

Neben einigen niedrigen Hecken und Brunnen im Stil der historischen Anlage lassen sich knapp 180 Bäume und Sträucher im Eichstätter Hofgarten zählen. Einige davon stammen noch aus der Zeit, in der der Hofgarten zum englischen Garten umgestaltet wurde. Dies war etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

GABRIEL DE GABRIELI

Dom, Notre Dame, Residenz, Hofgarten. Es gibt kaum einen Ort an dem man ihm nicht begegnet: Dem ehemaligen Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli. Doch was machte ihn eigentlich so besonders? Und warum kam der gebürtige Schweizer ausgerechnet nach Eichstätt?

1671 wurde Gabriel de Gabrieli als Sohn des Maurermeisters Giovanni geboren. Mit seiner Ausbildung zum Maurer trat er zunächst in die Fußstapfen des Vaters. Er unternahm einige Reisen bis er begann für den Fürsten von Liechtenstein zu Wien als fürstlicher Baumeister zu arbeiten. Außerdem erbaute er einige Gebäude in Ansbach, darunter das Reithaus und das markgräfliche Schloss.

1714 kam Gabriel de Gabrieli nach Eichstätt, wo er bis zu seinem Tod am 21. März 1747 wirkte. Kurz vor seinem Tod entwarf er sein eigenes, 4 Meter hohes Grabmal. Dieses lässt sich im Eichstätter Ostenfriedhof bestaunen. Es befindet sich an der Friedhofsmauer, von der Friedhofskapelle aus kommend in Richtung Kapuzinerkirche und ist kaum zu übersehen.

Eine Liste seiner übrigen Eichstätter Bauwerke findet ihr hier: http://www.ku.de/unsere-ku/campus/lageplan/orangerie/gabrieli/

Kerstin

WAS KENNZEICHNET EIN JURAHAUS?

Jurahäuser gibt es im Altmühltal, ganz besonders im so genannten Altmühljura, einige. Besonders verbreitet sind sie im Landkreis Eichstätt und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, doch auch bei Kelheim finden sich einige Exemplare.

Doch was kennzeichnet ein Jurahaus?
Charakteristisch für Jurahäuser sind flach geneigte Dächer, die mit Steinen bedeckt sind. Folglich gibt es kaum einen Dachüberstand und einen gewaltigen Dachstuhl, der die schweren Platten trägt. Außerdem typisch sind die kleinen Fenster und recht einfache Fassaden.
Dabei ist das Jurahaus nicht nur eine Bauform für die ärmere Bevölkerungsschicht. Auch größere Bauern- und Wirtshäuser wurden in diesem Stil gebaut. Die meisten Jurahäuser der Region sind mehrere hundert Jahre alt.

Warum gibt es Jurahäuser nur in wenigen Gebieten?
Diese Gegebenheit hängt mit den Steinbrüchen der Region zusammen. Die Steine aus denen die Jurahäuser erbaut wurden mussten von den Steinbrüchen zu den Häusern gebracht werden. Dabei waren vor allem die Kalkplatten des Juras geeignet. Die Steine wurden häufig sehr mühsam zu ihrem Bestimmungsort transportiert. Häufig wurden hierfür auch Ochsenkarren verwendet.

Wo kann ich ein Jurahaus von innen sehen?
Seit 10. Oktober 2014 gibt es das Jurahaus-Museum in der Rotkreuzgasse in Eichstätt. Dort kann man nicht nur das Jurahaus selbst besichtigen, sondern auch wichtige Informationen zur Geschichte der Jurahäuser bekommen. Öffnungszeiten sind mittwochs von 09:00 – 12:00 Uhr, freitags von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr und sonntags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Sehenswert ist dabei dieser Beitrag des Bayerischen Rundfunks.

Projekt Jurahaus
Da es heutzutage immer weniger Jurahäuser gibt, hat sich im Jahr 2011 das Projekt Jurahaus
gegründet.
So sollen Jurahäuser mithilfe des Projekts saniert und neu genutzt werden. So entstand auch das Bürger- und Kulturzentrum KRONE in Kipfenberg oder das Gemeinschaftshaus in Georgenbuch nahe Riedenburg.

Kerstin