ALTMÜHLTAL PANORAMAWEG – Etappe 5

Im Altmühltal gibt es viele schöne Wanderwege. Durch die einzigartige Landschaft hier ist das auch kein Wunder: Zahlreiche Felsen und Wacholderheiden prägen den Weg und immer wieder tun sich traumhafte Ausblicke auf.
Kein Wunder also, dass es für mich Zeit wurde, den bekanntesten Wanderweg der Region zu gehen: Den Altmühltal Panoramaweg.

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Mit seinen 200 Kilometern ist der Panoramaweg in etwa 10 Tagen erwanderbar. Auf der offiziellen Seite des Naturparks Altmühltal finden sich allerdings 15 Etappen, in die sich der Weg ganz einfach aufteilen lässt. Meine „erste Etappe“ war die Etappe 5. Sie führt über 14 Kilometer von Dollnstein nach Eichstätt.

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Startpunkt ist der Burgsteinweg in Dollnstein. Von hier aus ist es nicht weit, bis zu einem der bekanntesten Geotope des Altmühltals: Den Burgsteinfelsen. An dem geht es vorbei in Richtung Breitenfurt. Der Weg ist sehr gut beschildert und verläuft bis Obereichstätt eben.

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Erst dann geht es steil bergauf. Hier oben erwartet uns eine lange Holzbrücke, von der aus man prima die Aussicht über das Altmühltal genießen kann. Der ideale Platz für eine kleine Brotzeit! Nachdem es beim Eichstätter Ortsteil Marienstein für ein kurzes Stück wieder ins Tal geht, steigen wir über die B13 wieder nach oben und kommen am Hohen Kreuz vorbei. Das letzte Stück unserer Wanderung gehört zum Eichstätter Rundweg Nr. 7 und führt über den Neuen Weg hinunter in die Bischofsstadt.

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Tipp:
Von Dollnstein nach Eichstätt führt eine Bahnstrecke. Wer also mit dem Auto nach Dollnstein kommt, kann es dort einfach stehen lassen und später vom Eichstätter Bahnhof aus mit dem Zug zurück fahren.
Der kürzeste Weg zum Eichstätter Bahnhof führt ab dem Neuen Weg

Der Altmühltal Panoramaweg wurde als „Top Trail of Germany“ und als „Schönster Wanderweg 2012“ ausgezeichnet. Der Deutsche Wanderband zertifizierte ihn außerdem als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.
Wie die anderen Wanderwege der Blogparade „Wandern vor der Haustür“ von Bergzeitblog also ein idealer Weg, um seine Heimat besser kennenzulernen.

RUND UM DIE BISCHOFSSTADT – WANDERWEG Nr. 7

Wer Lust hat, Eichstätt von allen Seiten und Blickwinkeln zu erkunden, für den ist der Bischofsrundweg (Wanderweg Nr. 7) genau der richtige. Der etwa 10 Kilometer lange Rundweg beginnt an der Notre Dame, in dem sich auch das Informationszentrum des Naturparks Altmühltal befindet. Von hier aus geht es in Richtung Zwinger und so über den Neuen Weg mit leichtem Anstieg innerhalb kürzester Zeit über die Dächer der Stadt.

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Schon hier lässt sich erahnen, was für ein schöner Ausblick noch weiter oben auf uns wartet. Bei einer Weggabelung (Foto oben) ist es möglich, einen kurzen Abstecher am Hohen Kreuz und der Thingstätte zu machen. Ansonsten geht es direkt vorbei am Café Schönblick, einem Wellnesshotel mit wunderbaren Ausblick auf die Willibaldsburg und auf Eichstätt. Wir überqueren die B13 und gehen wieder herunter nach Eichstätt.

An der Straße entlang geht es über die Schlagbrücke und geradeaus weiter zu einem leichten Aufstieg zur Willibaldsburg. Auch von dort oben lässt sich die Innenstadt bestaunen. Vergessen Sie auf keinen Fall, einen Abstecher im Hortus Eystettensis, der Gartenanlage der Burg, zu machen!

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Die Willibaldsburg verlassen wir durch den Torbogen und halten uns rechts: von hier aus geht ein Weg über Trockenrasen bis hin zur Frauenbergkapelle. Die Wegmarkierung führt uns hinunter ins Rosental, vorbei am Salesianum. Von dort aus führt der Weg wieder in Richtung Innenstadt, vorbei am Siechhof und dem Cobenzlschlösschen, entlang der B13. Von der Brücke am Cobenzlschlösschen aus lässt es sich bequem zur Notre Dame laufen – Sie können aber auch direkt danach den geteerten Weg links abbiegen und kommen so direkt in die Eichstätter Innenstadt.
Wer sich einen Überblick über den Rundweg verschaffen will, ist hier genau an der richtigen Adresse!

 

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Kerstin

 

BURG NASSENFELS

Jedes Jahr Anfang August finden die Nassenfelser Kulturtage im Innenhof der Burg statt. Das ist einer der seltenen Zeitpunkte, zu denen man die Burg von innen bestaunen kann – denn das historische Gemäuer ist noch bewohnt.

Bei der Nassenfelser Burg handelt es sich um eine so genannte Wasserburg. Das bedeutet, dass die Burg rundum von Wasser umgeben war. Die Burg selbst wurde 1245 erstmals urkundlich erwähnt. Der Grund dahinter ist allerdings weniger erfreulich: Der damals herrschende Graf Gebhard von Hirschberg wurde von seinem Hofnarren ermordert.

Burg-Nassenfels

Ebenfalls interessant ist, wie Nassenfels zu seinem Namen kam. 1982 fand man bei archäologischen Ausgrabungen im Burghof heraus, dass die Burg auf einem jurazeitlichen Korallen- und Schwammriff erbaut wurde. An dieser Stelle trat artesisches Karstwasser, also Grundwasser, ans Tageslicht.
An der Ausgrabungsstelle wurden außerdem Werkzeuge aus der Steinzeit und das 9000 Jahre alte Skelett eines Mädchens entdeckt.

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Kerstin

 

BECHTHAL BURGRUINE + WEIHER

Zwischen Titting und Nennslingen, direkt an der Anlauter, liegt Bechthal. Der kleine Ort hat etwa 100 Einwohner und befindet sich im schönen Anlautertal. Unweit davon entfernt befinden sich der Bechthaler Weiher und die Burgruine.

Burgruine Bechthal und Weiher im Anlautertal

Letztere war einst, wohl im 12. Jahrhundert, Stammsitz der Herren von Pechthal. Heute sind von der Burg nur noch Reste, wie der Bergfried und Teile der Mauer zu erkennen. Zerstört wurde sie vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges.
Die Burgruine ist auch unter dem Namen „Waldeck“ bekannt.
Der Bechthaler Weiher zieht vor allem im Sommer zahlreiche Besucher an. Hier leben außerdem Karpfen, Zander und Schleie.

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Kerstin

HOFGARTEN UND SOMMERRESIDENZ

Gabriel de Gabrieli war einer der bedeutendsten Architekten für die Stadt Eichstätt. Neben Gebäuden wie die Frauenbergkapelle, Notre Dame oder das Kloster Rebdorf erbaute er auch die ehemalige fürstbischöfliche Sommerresidenz nahe der Katholischen Universität. Diese wurde Anfang der 70er Jahre durch Karljosef Schattner umgebaut und saniert, sodass sich nun einige Verwaltungseinheiten der Universität in dem Gebäude befinden.

Hofgarten und Sommerresidenz

Direkt im Anschluss der Sommerresidenz befindet sich der Hofgarten, der ebenfalls von Gabriel de Gabrieli gestaltet und erbaut wurde. So sind am südlichen Rand des über 22.000 Quadratmeter großen Geländes drei Gartenpavillions die von dem Hofbaumeister errichtet wurden.

Neben einigen niedrigen Hecken und Brunnen im Stil der historischen Anlage lassen sich knapp 180 Bäume und Sträucher im Eichstätter Hofgarten zählen. Einige davon stammen noch aus der Zeit, in der der Hofgarten zum englischen Garten umgestaltet wurde. Dies war etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

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Kerstin

COBENZLSCHLÖSSCHEN

Blickt man vom Hofgarten oder der Universität über die Altmühl, kann man es fast nicht übersehen: Das rosafarbene Lustschlösschen von Ludwig Graf Cobenzl. Dabei war der Namensgeber nicht derjenige, der das Gemäuer erbauen ließ. Dies geschah unter Oberstjägermeister Franz von Katzenellenbogen. Der berühmte Dombaumeister Gabriel de Gabrieli errichtete 1776 das heute so genannte Cobenzlschlösschen, das Ludwig Graf Cobenzl 1784 um einen Garten und einen hölzernen Pavillon erweitern ließ. Er war es, der das Bauwerk der Öffentlichkeit zugänglich machte, indem er Picknicks und Bälle ausrichtete und dort auch Nichtadlige einzuladen. Auch seine breit gefächerte Bibliothek stellte er der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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Ludwig Graf Cobenzl war neben seiner Tätigkeit als Dompropst in der Bischofsstadt auch ein Mitglied der Illuminaten. Rund 20 Anhänger des Ordens befanden sich wohl um der Zeit der Aufklärung in der Universitätsstadt. Dazu gehörten wohl vor allem Beamte, Lehrer und Geistliche. Es heißt dass sich hinter seinem Lustschlösschen eine Höhle befindet, in der die geheimen Treffen abgehalten worden. Heute lagert dort ein Eichstätter Künstler seine Kunstwerke, weshalb sowohl die Höhle als auch der Pavillon nicht zugänglich sind. Das Schlösschen selbst beherbergt seit 1988 das Referat zur Erhaltung von Kunst und Kulturgut.

Viel Spaß beim Entdecken! – Wenn auch nur von außen Kerstin

THADDÄUSKAPELLE

Etwas außerhalb von Preith, an der ehemaligen Römerstraße in Richtung Weigersdorf, befindet sich auf einer kleinen Anhöhe die Thaddäuskapelle.
Sie wurde 2009 errichtet und wurde aus den für die Altmühlregion typischen Jurasteinen erbaut. Der Dachstuhl selbst ist aus Lerchenholz und wurde mit Solnhofer Legschiefer gedeckt.

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Der Ort eignet sich ideal für eine kleine Auszeit. Durch die vielen Feldwege lässt sich die Kapelle auch gut zu Fuß oder per Fahrrad erreichen.

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Kerstin

LIMESTURM ERKERTSHOFEN

Ein ganz besonderer Nachbau eines Limesturmes befindet sich in Erkertshofen. Einige Meter östlich des Dorfes steht der einzig steinerne Wachturm Deutschlands. Dieser wurde 1992 fertiggestellt und ist begehbar. Das Innere teilt sich in drei Geschosse auf, jedoch ist der Turm nur durch das erste Geschoss begehbar.

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Dies liegt daran, dass man den Turm vermutlich mit einer einziehbaren Leiter nutzte um so Angreifer besser abwehren zu können. Im ersten Stockwerk befand sich somit vermutlich die Wohnstube der Soldaten, im zweiten Geschoss der Dienstraum mit einer Galerie um das Areal besser zu überblicken. Das untere Geschoss wurde vermutlich als Lagerstätte für Lebensmittel verwendet, um die Soldaten zu versorgen.

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Folgt man der Straße in Richtung Osten kommt man zu einem Lehrpfad entlang des Limes. Nur wenige hundert Meter vom Turm entfernt ist ein Gedenkstein, der den Verlauf des Limes kennzeichnet.
Seit 2011 findet sich direkt am Limesturm ein Römischer Backofen. Dieser wurde im Rahmen des Tags des Dorfes von der Dorfgemeinschaft nach historischem Vorbild errichtet und wird für diverse Feste genutzt.

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Kerstin

HUNGERTURM RIESHOFEN

Südlich von Rieshofen befindet sich die Ruine der Wasserburg. Während die ehemalige Burg an einer Seite an der Altmühl lag, wird das Gelände an den übrigen drei Seiten von einem Wassergraben geschützt, der von eben dieser gespeist wird. Da die Burgherren das pompöse Gemäuer nicht lange unterhalten konnten, ließen sie es verfallen, sodass es sich hierbei bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts um eine Ruine handelte.

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Von der wohl 1290 erbauten Wasserburg sind heute nur noch Mauerreste und der Bergfried erhalten. Dieser Bergfried wird im Volksmund „Hungerturm“ genannt. Grund für diesen Namen ist eine Begebenheit aus dem Jahre 1689.
Ein Bauernsohn aus Töging, Matthias Kornprobst, ließ sich von einem Juden, Joseph von Töging, dazu überreden, die Pfarrkirche in Riedenburg auszurauben. Das Diebesgut vergrub er beim Pfennighof nahe Dietfurt. Später wollte er die Gefäße an Joseph verkaufen. Dieser Diebstahl flog auf und nach langer Folter gestand Matthias die Tat. Er wurde zum Tode durch das Schwert verurteilt und öffentlich hingerichtet.
Joseph hingegen verurteilte man zum Tode des Verhungerns und brachte ihn zum Turm nach Rieshofen. Dort wurde er mit Seilen den Turm hinab gelassen, wo er nach 42 Tagen starb.
Seitdem wird der Bergfried in Rieshofen „Hungerturm“ genannt.

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Kerstin

FIGURENFELD

Zwischen Eichstätt und Landershofen liegt das Hessental. 78 teils überlebensgroße Plastiken aus Zement, Granit- und Basaltkörnern befinden sich hier im Wilden Kampf. Das von Alois Wünsche-Mitterecker in 20 Jahren langer Arbeit geschaffene Figurenfeld dient als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Er selbst bezeichnete sein Werk als „Monumentum perpetuum“, ein Mahnmal für die Ewigkeit.

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Die Skulpturen schuf der Künstler in seiner Werkstatt in der Eichstätter Willibaldsburg und ließ sie anschließend auf das Figurenfeld transportieren und aufstellen. Nach seinem Tod wurden die letzten Entwürfe nach seinem Vorbild fertig gestellt. Dennoch handelt es sich um ein unvollendetes Werk.

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Kerstin