ERFURT (Gastbeitrag)

Erfurt – meine Heimatstadt. Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr dort lebe, verbinde ich doch so einiges mit dieser Stadt im Herzen des Landes. Mit knapp 200.000 Einwohnern ist Erfurt die größte Stadt in Thüringen und auch dessen Landeshauptstadt.

Aber genug mit reinen Fakten und Zahlen. Ich möchte euch heute Erfurt als die Stadt vorstellen, in der ich meine gesamte Schulzeit verbracht habe, in der ich meinen ersten Kuss bekommen habe und das erste Mal mit Freunden abends weg gegangen bin.

Der Alte Angerbrunnen wurde 1890 fertiggestellt. Er stellt die beiden Grundlagen der modernen Metropole Erfurt im 19. Jahrhundert dar, den Gartenbau und die Industrie.
An diesem nachts hell erleuchteten Brunnen hatte ich mein erstes wirkliches Date. Ich stand dort ganz aufgeregt und wartete auf meine Verabredung. Das ist jetzt zwei Jahre her – heute wohnen wir zusammen.

Die Thüringer Staatskanzlei hat ihren Sitz in der Erfurter Altstadt. Neben den Aufgaben der Staatskanzlei nimmt die Behörde die Aufgaben des Ministeriums für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten wahr. Auch wenn die Staatskanzlei erst 1990 als solche eingerichtet wurde, besteht das Gebäude selbst seit 1719.

Mit vierzehn Jahren erlebte ich im Hof des Gebäudekomplexes meine erste große Familienfeier anlässlich meiner Jugendweihe. Da ein Teil meiner Familie aus Frankreich stammt, war dieser Tag ein einziges mit Händen und Füßen kommunizieren zwischen den beiden Familien. Für mich war es trotzdem unvergesslich.

Der Erfurter Dom ist wohl das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Zusammen mit der Severikirche steht das beeindruckende Bauwerk seit dem 8. Jahrhundert auf dem Domplatz. Die größte Glocke des Domes, die Gloriosa, ist die größte freischwingende Glocke der Welt. Sie wiegt 11.450 Kilogramm. Vierzehn Kinder könnten sich darunter verstecken. Um die Glocke zu schonen, wird sie heute nur noch zu besonderen Ereignissen und kirchlichen Feiertagen geläutet.
Über 70 Treppen kann man den Dom erreichen und von innen besichtigen. Jährlich finden auf diesen Treppen die Domstufen Festspiele in Form eines Open Air Festivals statt. Drei Wochen lang können die rund 30.000 Besucher der Musik lauschen. Sicher könnt ihr euch vorstellen wie beeindruckend es ist, Arien von Mozart unter freiem Himmel mit dieser wunderschönen Kulisse zu erleben. Der Domplatz selbst dient heute (wie früher) als Marktplatz und zu bestimmten Zeiten im Jahr als Rummel. In der Adventszeit verwandelt sich der Platz zu einem der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands und zählt Besucher aus allen Orten des Landes.
Es ist wirklich schwer einen besonderen Moment am Dom zu finden. Eines Abends kam ich von einer Feier nach Hause. Es schneite und die ganze Stadt war zwar hell erleuchtet aber menschenleer. Auch wenn ich eigentlich in eine ganz andere Richtung hätte gehen sollen, fand ich mich plötzlich nachts um 1 vor dem riesigen, beleuchteten Dom wieder. Im Scheinwerferlicht tanzten die Schneeflocken und alles war so ruhig. Das war irgendwie ein ganz besonderer Moment.

Den besten Blick über die Stadt hat man, wenn man den Petersberg und die dazugehörige Zitadelle besucht. Sowohl tagsüber als auch nachts gibt es hier einiges zu sehen. Ich persönlich konnte mich nie entscheiden, welches Erfurt ich am liebste habe. Nachts, mit den beleuchteten Straßen und Sehenswürdigkeiten oder Tagsüber mit den Menschen, die im Sommer mit einem Eis in der Hand durch die malerischen Gassen schlendern. Eines steht jedoch fest. Den Petersberg verbinde ich mit etlichen Freitagabenden mit billig Wein und den engsten Freunden, einer tragbaren Musikanalage und Sonnenaufgängen nach einer langen Nacht.

Mit 120 Metern ist die Krämerbrücke die längste vollständig mit Häusern bebaute Brücke nördlich der Alpen. Im unteren Teil der Gebäude findet man viele Galerien, Werkstätten und Cafés, sowie einige eher alternative Boutiquen. In den oberen Stockwerken befinden sich viele Wohnungen. Man muss jedoch wissen, auf was man sich einlässt, wenn man hier leben möchte. Man sollte tolerant sein, denn im Sommer bummeln bis zu 5.000 Touristen täglich über die Brücke.
Ich persönlich verbinde mit der Krämerbrücke das jährliche Krämerbrückenfest. Die Straßen sind dann voller Leben. Künstler, die ihre Gemälde und Keramik verkaufen wollen, warten geduldig auf Käufer. Als Kinde durfte ich mir jedes Jahr einen Edelstein aussuchen. (Die Sammlung habe ich noch heute.)
Diese Zeit im Sommer ist wirklich ganz besonders, da die Stadt wirklich richtig aufblüht und lebt.

Abschließend kann ich sagen, dass Erfurt eine wunderschöne Stadt ist. Ein Besuch lohnt sich vor allem im Sommer, zur Zeit des Krämerbrückenfestes, der Fête de la musique, wenn Musiker überall in den Straßen musizieren, und während der Adventszeit zum Glühwein trinken und Schokoladenerdbeeren essen auf dem Weihnachtsmarkt. Auch wenn Erfurt nicht die größte Stadt ist und man sich als 15 Jährige vielleicht manchmal mehr Großstadtfeeling gewünscht hat, ist es rückblickend toll, dass ich dort meine Jugend verbringen durfte.
Am schönsten finde ich die Altstadt, die in sich geschlossen ist und das mittelalterliche Flair trotz Modernisierung irgendwie bewahrt hat – auf eine schöne, nostalgische Art und Weise. Die Gera fließt durch die gesamte Altstadt und gibt der Stadt einen ganz besonderen Charme. Nicht umsonst wird ein Viertel wird von den Bewohnern klein Venedig genannt.

Carmen bloggt auf carmenschubert.com hauptsächlich über Reisen und Fashion. Dabei präsentiert sie schicke Outfits, die sie geschmackvoll und mit viel Liebe zusammenstelle- da bekommt man gleich Lust, selbst shoppen zu gehen.
Wenn ihr das genau so seht, klickt doch mal auf ihrem Blog vorbei!

NATURLEHRPFAD OBEREICHSTÄTT

Nachdem es das Wetter nun längere Zeit nicht so gut mit uns gemeint hat, war es am Wochenende endlich wieder sonnig. Wir haben die Zeit sinnvoll genutzt und waren draußen unterwegs, genauer gesagt auf dem Naturlehrpfad Obereichstätt.

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Der Rundweg beginnt am Kinderdorf im Eichstätter Stadtteil Marienstein und hat eine Länge von etwas mehr als 8 Kilometern. Er ist daher auch gut für Familien geeignet und lässt sich an einem halben Tag problemlos bewältigen. Außerdem gibt es in Obereichstätt und Schernfeld Einkehrmöglichkeiten. Weiterlesen

UNTERWEGS IN OBERÖSTERREICH (Gastbeitrag)

Wenn man außerhalb Österreichs erzählt, man ist von Oberösterreich, blickt man meist in fragende Gesichter. Und das, obwohl Oberösterreich landschaftlich so viel zu bieten hat. So viel, dass ich euch nur meine Lieblingsplätze präsentieren kann und die befinden sich (fast) alle in der Berggegend im Salzkammergut. Unsere Berge sind zwar nicht so hoch wie in Tirol, aber dennoch eindrucksvoll und unsere Seen zwar nicht so groß wie der Bodensee, aber mindestens genauso einzigartig.
Um euch Oberösterreich ein bisschen näher zu bringen, hier meine 6 Lieblings-Ausflugsziele:

1. Dachsteingebirge
Egal von wo aus man den Dachstein, den höchsten Berg Oberösterreichs, betrachtet, es ist immer spektakulär. Eine Fahrt auf den Dachstein oder den Krippenstein lohnt sich aber doppelt – denn der Ausblick ist einfach traumhaft. Es gibt eine Gondel auf den Krippenstein, wo man auch die Mammuthöhle und eine Eishöhle betrachten kann. Am Krippenstein gibt es für Touristen viele Aktivitäten und für Kinder einen kleinen Spielplatz. Am Dachstein selbst kann man von der Ramsau mit der Gondel hinauffahren. Oben findet man eine Hängebrücke, den Gletscher und Eisskulpturen.

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2. Gosausee
Mein absoluter Lieblingsplatz in Oberösterreich ist der Gosausee. Der Gosausee liegt inmitten der Berge und die Spiegelung vom Dachstein im Wasser fasziniert mich immer wieder. Der See ist übrigens im Sommer und im Winter schön – im Winter friert er aber meist zu und hat weniger Wasser.

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3. Hallstatt
Hallstatt ist wohl der berühmteste Ort in Oberösterreich, spätestens seitdem bekannt wurde, dass die Chinesen den Ort detailgetreu nachgebaut haben. Inmitten der Berge auf einem Hügel gebaut hat der Ort seinen speziellen Reiz. Leider wissen das auch viele Touristen und deswegen ist Hallstatt ziemlich überlaufen, vor allem mit Touristen aus dem asiatischem Raum. Dennoch ist der Ort sehr sehenswert. Für Kinder ist das Salzbergwerk ein Highlight.

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4. Traunsee & Gmunden
Gmunden am Traunsee mag ich wirklich sehr gerne. Erstens weil ich viele Erinnerungen meiner Kindheit damit verbinde und zweitens weil der See als Ausflugsziel einfach einlädt. Eis essen, Treetboot fahren, Schloss Orth besuchen oder einfach nur die Aussicht auf den See und den Traunstein genießen, hier gibt es vieles zu tun.

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5. Traunfall
Ein besonderer Naturjuwel ist für mich der Traunfall, ein kleiner Wasserfall nahe Gmunden, der eine ganz eigene Stimmung hat.

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6. Schiederweiher in Hinterstoder

Ein weiteres wunderbares Stück Natur findet sich in Hinterstoder. Der Schiederweiher lädt zu einer Wanderung ein. Ich war bisher nur einmal im Winter dort, wo sich der Schiederweiher als wahres „Winterwonderland“ präsentiert hat, habe aber geplant, diesen Sommer dort wandern zu gehen.

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Linz
Unsere Hauptstadt ist übrigens Linz und auch diese ist sehenswert. Am Pöstlingberg die Aussicht genießen, an der Donau entlang spazieren oder in der Altstadt einen Kaffee trinken – vor allem in den letzten Jahren hat sich vieles in Linz zu richtigen Hotspots entwickelt.

Sabrina von www.smilesfromabroad.at eröffnet unsere Reise quer durch Deutschland 🙂 Hier stellen Blogger ihre Heimat vor und zeigen, wie nah die schönen Orte doch oft sein können.
Wenn du an der Aktion noch teilnehmen möchtest, melde dich einfach per Mail unter k.siebentritt@web.de

Sabrina schreibt auf ihrem Blog über tolle Reiseziele rund um die Welt und gibt tolle Tipps, damit euer Urlaub genau so atemberaubend wird wie ihrer. Schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei – tolle Hilfestellungen und wunderschöne Fotos warten auf euch! 😉

EINMAL QUER DURCH DEUTSCHLAND – teilnehmerliste

Bestimmt habt ihr schon von meiner Aktion „Einmal quer durch Deutschland“ gehört. Blogger von überall stellen dort sich und ihre Heimat vor. Damit geht es diesen Sommer für euch nach Oberösterreich, Lübeck, Erfurt, Frankfurt an der Oder, und und und.

Schon gespannt? Genau deshalb habe ich hier eine Teilnehmerliste veröffentlicht. Lisa-Marie von Chaosmariechen hatte die tolle Idee, dass sich die Teilnehmer so untereinander auch besser vernetzen können. Außerdem könnt ihr euch einen besseren Überblick darüber verschaffen, worauf ihr euch freuen könnt.
Und wenn ihr Lust bekommt, auch mitzumachen – dafür müsst ihr übrigens keinen eigenen Blog haben – dann nichts wie her mit euren Beiträgen! 🙂
Je mehr Leute mitmachen, desto vielfältiger wird die Reise. Interesse? Dann meldet euch doch gern per Mail: k.siebentritt@web.de

Frühjahrsblüher Altmühltal

Sabrina von smilesfromabroad.at entführt uns zum Beginn der Aktion am 15.05. ins schöne Oberösterreich.
Mit Carmen von carmenschubert.com lernen wir am 22.05. Erfurt kennen.
Dann geht es weiter nach Lübeck. Alexandra von lexasleben.de stellt uns die schöne Ostsee am 29.05. vor.
Ward ihr schon mal in Heidelberg? Wenn nicht ist der Beitrag von Michelle (michelleimwunderland.com) am 05.06. das Richtige für euch.
Am 12.06. stellt uns Lisa-Marie (Chaosmariechen) ihre Heimatregion vor: Frankfurt an der Oder, Eisenhüttenstadt und Beeskow erwarten euch alle diesen Sommer. Besonders auf den Beitrag über Frankfurt bin ich schon sehr gespannt, da ich dort letztes Jahr im Winter war und mich sehra uf ihren Bericht als Einheimische freue. Die anderen Beiträge von ihr erscheinen am 03.07. und 17.07.
Kennt ihr schon Höxter und den Gödelsheimer See? Wenn es euch da wie mir geht, könnt ihr auf den Beitrag von Aileen (behappy-blog.de) am 19.06. gespannt sein.
Am 26.06. geht es dann ins schöne Hamburg. Melanie von traumchen.de stellt uns dann ihre Heimat vor.
Und zum 10.07. besuchen wir mit Melissa ihre Heimat Bremen.
Anschließend geht es am 24.07. mit Tanja von Kornblumenblauschreibt nach Münster.
Am 31.07. geht es dann ab auf die Insel: Melli stellt uns Juist vor.

Wenn ihr das Gefühlt habt, dass eure Heimatregion auf der Liste nicht fehlen darf, meldet euch doch gern – es werden immer noch Teilnehmer gesucht 🙂

WEIDENKIRCHE PAPPENHEIM

Unweit der Altmühl befindet sich in Pappenheim eine ganz besondere Kirche: Die erste und einzige Weidenkirche Bayerns. Das 30 Meter lange Kirchenschiff besteht aus Bündeln von Weidenruten, die die Kirche in ein saftiges Grün wickeln. Durch die besondere Konstruktion des Rankgerüsts kommt dennoch genügend Sonne durch die so entstehenden Fenster. Außerdem ist der Blick nach draußen und zum Himmel immer offen.

Weidenkirche Bayern

Dadurch soll nicht nur eine Nähe zur Natur entstehen, sondern auch die Offenheit der Kirche symbolisiert werden. Die Pflanzen stehen für Leben und Hoffnung. Durch die Veränderungen, die die Kirche im Laufe des Jahres durchlebt, soll der Aspekt der Lebendigkeit des Glaubens untermauert werden.

Weidenkirche Pappenheim

Weidenkirche Pappenheim

Altar Weidenkirche Pappenheim

Die Evangelische Jugend in Bayern errichtete die Weidenkirche 2007 unter dem Motto „Kirche: natürlich!“. Zahlreiche freiwillige Helfer bringen jedes Jahr im Herbst die Pappenheimer Weidenkirche auf Vordermann. Die Zweige werden beschnitten und neu gelegt, sodass sie weiterhin an der Konstruktion wachsen und die Zwischenräume erkennbar bleiben.
Die Weidenkirche befindet sich direkt am Altmühltal-Radweg, ist also klasse mit einem Ausflug kombinierbar.

Weide gebogen

Wusstet ihr, dass die erste Weidenkirche Deutschlands 2003 in Rostock gebaut wurde? Sie ist unter dem Namen Weidendom bekannt.

Ward ihr schon mal an einer Weidenkirche? Wie hat es euch gefallen? Wie findet ihr die Idee dahinter?
Ich freue mich über eure Meinungen.

Viel Spaß beim Entdecken,
Kerstin

WIE FEIERT DIE WELT OSTERN?

Jedes Jahr nach dem ersten Frühlingsvollmond ist es so weit: Wir feiern Ostern. Ein Fest, das von Christen der ganzen Welt gefeiert wird. Doch wie wird Ostern in anderen Ländern zelebriert? Gibt es besondere Bräuche, oder ist Ostern in vielen Ländern sehr ähnlich zu dem Ostern, das wir kennen?

Mit den Fragen habe ich mich befasst und möchte euch jetzt auf eine österliche Weltreise entführen.

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Deutschland
Beginnen wir in unserem Heimatland. Hier gibt es regional viele unterschiedliche Bräuche, aber eines haben die meisten Gemeinden gemein: An Karfreitag und Karsamstag ersetzen die Ratschen (vielerorts auch Klappern oder Räppeln genannt) die Kirchenglocken. Meist sind es die Ministranten, die dafür verantwortlich sind. Sie treffen sich an der Kirche und sorgen zu bestimmten Uhrzeiten dafür, dass die Ratschen erklingen.
Der Brauch geht übrigens bis ins 15. Jahrhundert zurück – im Jahr 1482 wurde er das erste Mal schriftlich in Coburg erwähnt.

Am Ostersonntag kommt der Osterhase zu den Familien und bringt gefärbte Ostereier, Süßigkeiten, und inzwischen auch immer öfter größere Geschenke. Davon kann man halten, was man will – mir persönlich ist das klassische Osternest mit Schokolade und Eiern am liebsten.
Die Nester werden oft im Garten versteckt. Und frühmorgens gibt es das Osterfrühstück bzw. den Osterbrunch. Hier werden die geweihten Speisen (klassischerweise Brot, Schinken, Ostereier und auch das Osterlamm) gegessen. In vielen Familien wird dazu eine Osterkerze angezündet. Die wird meist davor gebastelt und in der Osternacht oder in der Messe am Sonntag gesegnet.

Schweiz
Weiter geht es in unser südliches Nachbarland die Schweiz. Hier sind die meisten der deutschen Bräuche auch vertreten. In einigen Regionen gibt es allerdings Besonderheiten. Zum Beispiel in und um Luzern. Hier finden jedes Jahr die Osterfestspiele und ein großes Osterkonzert statt.

Ebenfalls sehr bekannt ist das so genannte „Zwänzgerle“. Dieser Brauch ist in Zürich sehr verbreitet. Die Kinder halten ein Osterei in der Hand, in das der Erwachsene versucht, ein Zwanzigrappenstück zu werfen, sodass es stecken bleibt. Prallt die Münze ab, gewinnt das Kind das Ei und die Zwanzig Rappen. Bleibt es stecken, gehören beide Gegenstände dem Werfer.

Italien
Es geht noch weiter südlich in eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Dort werden um die Osterzeit, oft auch schon am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) zahlreiche Prozessionen abgehalten.

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Am Ostermontag ist der Höhepunkt des italienischen Osterfestes erreicht. Traditionell wird dort „Pasquetta“, kleine Ostern, gefeiert. Dazu gehen viele Familien picknicken oder unternehmen einen Ausflug. Traditionelle Speise an diesem Tag ist die „Torta di Pasquetta“, ein herzhafter Kuchen mit Spinat und Ei. Der schmeckt sowohl warm als auch kalt. Außerdem gibt es die so genannte Ostertaube, einen Gugelhupf, der ähnlich unseres Osterlamms nur zu Ostern gebacken wird.

Spanien
Bleiben wir im Süden und schauen in ein weiteres beliebtes Reiseziel: nach Spanien.
Auch hier gibt es zahlreiche Prozessionen in der Karwoche (spanisch: Semana Santa). Häufig ziehen die Gläubigen dort an mehreren Tagen der Woche durch die Straßen und beten.

An manchen Regionen in Kastilien wird zu Ostern eine große Strohpuppe, ähnlich unserem Osterfeuer, verbrannt. Auf Mallorca kennt man ebenfalls das traditionelle Ostermontagspicknick aus Italien.

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Ihr wollt wissen, wie Ostern auf Teneriffa von statten geht? Dann schaut doch mal bei dem Beitrag von artlandyablog vorbei!

USA
Ihr wolltet immer schon mal in den Garten des Weißen Hauses? Dann ist Ostern der perfekte Zeitpunkt dafür. Denn am Ostersonntag findet hier der „Easter Egg Roll“ statt. Familien können hier auf Ostereiersuche gehen und das traditionelle Eierrollen spielen. Das ist ein Spiel, in dem das Ei gewinnt, das am längsten rollt.

In Amerika finden außerdem zahlreiche Osterparaden statt. Die bekannteste und größte Parade findet in New York statt.

Großbritannien
Der Gründonnerstag ist in Olney (nahe Northampton) auch als „Pancake Thursday“ bekannt. An diesem Tag finden daher Pfannkuchenrennen statt. Ähnlich dem Easter Egg Roll werden hier Pfannkuchen ins Rennen geschickt. Den Brauch gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert.

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Irland
Die Zeit bis Ostersonntag ist in Irland traditionell eher still. Zum Ende der Fastenzeit finden dann aber zahlreiche Tanzwettbewerbe auf den Straßen statt. Oft bekommt der Gewinner einen Kuchen.

Sehr bekannt ist auch das Heringsbegräbnis in manchen Orten. Hier werden Heringe zu Grabe getragen, um zu symbolisieren, dass die strenge Fastenzeit nun zu Ende ist.

Schottland
In Schottland werden auf den Hügeln zahlreiche Osterfeuer entfacht. Das ist wohl ein Überbleibsel aus der Zeit der Kelten, die so den Frühlingsbeginn bzw. die Tag- und Nachtgleiche feierten.

Schweden
In Schweden werden die Wohnungen mit Birkenzweigen und Federn dekoriert. Dabei dürfen die Federn gern bunt sein.
Am Gründonnerstag ziehen Kinder mit langen Röcken und Kopftüchern verkleidet als Osterweiber von Haus zu Haus und hinterlassen Osterbriefe. Hierzu werden oft vorgefertigte Zeichnungen ausgemalt oder Bilder gezeichnet. Als Gegenleistung erhoffen sich die Kinder Süßigkeiten oder Geld.
Wusstet ihr, dass in Schweden die Osterküken die Ostereier bringen?

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Finnland
In Finnland wird durch Ostern auch der Winter vertrieben. Kinder laufen am Ostersonntag durch die Straßen und machen so viel Lärm wie möglich, um die kalte Jahreszeit zu vertreiben.

Außerdem gibt es in Finnland die so genannte Birkenrute. Damit klopfen sich Freunde und Verwandte gegenseitig auf den Rücken. Das soll an die Folterungen erinnern, die Jesus erlitten hat und zugleich für Glück sorgen.

Lateinamerika
Da Ostern in Lateinamerika auf den Herbst fällt, werden vielerorts Altäre aufgestellt und mit Obst geschmückt.

Australien & Neuseeland
Hier ist der Osterhase nicht sehr beliebt. Das liegt daran, dass die Kaninchen, die ursprünglich nicht in Australien lebten, durch die Europäer aber nach und nach eingeführt wurden, viele einheimische Pflanzen zerstört und Tierarten ausgerottet haben. Vielerorts bringt daher statt dem Osterhasen der Bilby die Eier.
In Neuseeland übernimmt das Bringen der Ostereier der Kiwi.
Oft gibt es daher in den beiden Ländern in Supermärkten Schokoladenfiguren in Form von Bilbies, Kiwis und Hasen.

Afrika
In den meisten Ländern Afrikas wird Ostern als großes Familienfest gefeiert. Hier gibt es keine Ostereier, allerdings dafür ein großes Ostermahl.
Traditionell gibt es dazu Fufu, einen Brei aus Mais und Kochbananen. Auch andere tradionelle Gerichte kommen gern auf den Tisch.
Wusstet ihr, dass die Messe zu Ostern hier vielerorts bis zu vier Stunden dauert?

Wie feiert ihr euer Ostern? Ich bin gespannt auf eure Bräuche!

SCHLOSS GRÜNAU IM AUENZENTRUM

Kennt ihr eigentlich schon Schloss Grünau? Ein wunderschönes Jagdschloss im Auenzentrum bei Neuburg, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Besonders bei dem schönen Wetter der letzten Tage ist hier einiges los – zahlreiche Spaziergänger und Radler trifft man auf den Wegen.

Dabei ist das Schloss selbst nicht die Hauptattraktion. Zwar finden hier regelmäßig Krimidinner statt und die Location wird auch gern für Hochzeiten und andere Feste gebucht – ansonsten ist das Schloss aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Wer sich das Schloss ganz ohne Krimidinner oder Hochzeit gern mal von innen ansehen möchte, für den ist der Markt „Kunst Kultur Garten“ vom 25.-28. Mai eine gute Idee.
Für 6 Euro Eintritt kann man dort nicht nur Teile des Schlosses bestaunen, sondern auch Kunstwerke jeglicher Art.

Rund um das Schloss befindet sich das Auenzentrum. Hier gibt’s viele Themenwege, zum Beispiel „Zurück zur Natur“ oder „Die große Auenrunde“. Letztere führt über 26 km bis zur Staustufe nach Bergheim.
Zahlreiche Infotafeln stehen an allen Wanderwegen und machen den Spaziergang nicht nur für die Kleinen interessant.
Momentan blühen im Auenzentrum bei Schloss Grünau auch wieder wunderschöne Märzenbecher – wem also der Märzenbecherwald Ettenstatt zu klein ist, der kann es gern auch mal hier versuchen.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin