VORGESCHICHTLICHER WEG

Der Rundweg beginnt bei Waizenhofen, einem kleinen Ort 5 km südlich von Thalmässing und 9 km nördlich von Titting. Bei schönem Wetter starten hier Paraglider ihre Flüge. Einige Meter vor deren Startplatz findet man bereits die erste Infotafel mit einer Wegbeschreibung. Allgemein ist der Weg sehr gut beschrieben, weshalb man sich auch ohne extrige Wegbeschreibung gut zurechtfindet.

Thalmässing

Zunächst geht es bergab in Richtung Thalmässing. Dort befindet sich das Vor- und frühgeschichtliche Museum, in dem sich die Geschichte der Besiedlung der Region erkunden lässt. Das Museum ist auch für Kinder gut geeignet. So lassen sich sechs Epochen kennenlernen.

Archäologisches-Museum-Thalmässing

Weiter geht es durch den Wald, vorbei an einer vorgeschichtlichen Abschnittsbefestigung am Waizenhofener Espan und einem Grabhügel der Bronze- und Hallstattzeit. Diese Grabhügelfelder gehören zu den größten in Mittelfranken. Es besteht aus mehr als 35 Grabhügeln, die noch heute gut erkennbar sind. Nahe Gerbersdorf finden sich weitere dieser Grabhügel.
Im Thalachtal verlief vermutlich ein früher Weg zu einer alten Siedlungslandschaft. Hier wurden zahlreiche Funde aus frühen Zeiten sichergestellt.
Der Rückweg führt an Landersdorf vorbei, wo sich das Geschichtsdorf Landersdorf befindet. Rekonstruktionen von Steinzeithäusern und Gebäuden aus der Keltenzeit lassen sich hier bestaunen.

Fallschirm-Waizenhofen

Der Rundweg hat eine Länge von 12 Kilometern. Allerdings gibt es in der Gegend auch weitere Archäologische Wanderwege: Den Keltenweg mit einer Länge von 5 km und den Mittelalterweg mit 6 km.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

 

SCHLOSS MÖHREN

Als Kind war ich Fan von TKKG – einer Clique von kleinen Detektiven, ähnlich der Drei Fragezeichen oder der Fünf Freunde. Ich hatte unzählige Bücher und auch ein Hörspiel. An letzteres kann ich mich besonders gut erinnern: Die vier waren im Schullandheim in einem echten Schloss untergebracht und lösten dort einen spannenden Fall. Die Übernachtung auf dem Schloss war für mich damals mindestens genauso spannend wie der Fall selbst.

Am vergangenen Wochenende war es dann auch für mich so weit: Meine erste eigene Übernachtung auf einem Jagdschloss. Dafür ging es nach Möhren, einem Ort nahe Treuchtlingen. Hoch über dem Ort befindet sich das Schloss, das Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Seit 2004 sind darin vier Ferienwohnungen untergebracht: die Pförtnerwohnung, das Schlosstor, die Turmwohnung und das Schweizer Haus. Letzteres ist ein eigenes Ferienhaus für bis zu sechs Personen.

Schloss Möhren

Das Abenteuer beginnt
Als wir am Samstag in unserer Wohnung, dem Schlosstor, ankommen, erwartet uns ein liebevoll gestaltetes Zimmer mit wunderbaren Ausblick über das Örtchen Möhren.
Die Burgherren haben beim Herrichten des Zimmers viel Liebe zum Detail an den Tag gelegt – besonderes Highlight: die alte Badewanne, die aussieht, als wäre sie noch aus Großmutters Zeiten. Hier lässt es sich super entspannen.

Außerdem hat die Wohnung eine kleine Küche und ein Schlafzimmer mit moderner Sitzecke und einem Fernsehgerät. Und am Abend entdecken wir das Geheimnis der Wohnung – die unscheinbar wirkende Tür neben der zum WC führt in eine obere Etage. Direkt unter dem Dachstuhl befindet sich ein Zimmer, das so groß wie die übrige Wohnung ist.
Sandra, die Besitzerin des Schlosses, erzählt uns am nächsten Tag, dass dort in den Sommermonaten zusätzlich ein Palettenbett aufgestellt ist. So wird aus der Wohnung für zwei Personen schnell eine Wohnung mit Platz für die ganze Familie.

Im Sommer ist das Schloss ein echtes Kinderparadies. Hier gibt es viel Platz zum Spielen und direkt vor dem Schlosstor gibt es eine große Wiese, von der uns Sandra erzählt, dass die größeren Kinder im Sommer darauf gern zelten. Bei einer lauschigen Sommernacht verirren sich hin und wieder auch Rehe und andere Tiere auf den Platz. Geduldig sein lohnt sich.

Nachdem wir unsere Siebensachen in der Wohnung verstaut haben, beschließen wir, die freie Zeit für eine Wanderung zu nutzen. An Schloss Möhren führen zahlreiche Wanderwege vorbei, beispielsweise nach Gundelsheim oder zum Uhlberg.
Auf letzterem befindet sich die Ruine einer alten Kirche – angeblich soll es hier spuken. Da wir schon vor einigen Jahren auf dem Uhlberg wandern waren, geht die Wanderung dieses Mal nach Treuchtlingen.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an alten Steinbrüchen vorbei – faszinierend, was man dort noch alles finden kann. Neben Schrott und Müll, der sich im Laufe der Jahre dort angesammelt hat, steht hier auch ein riesiger Steinbruchkran. Er wurde nie abgebaut und fällt nun nach und nach zusammen.
Einige hundert Meter weiter begegnen wir Gämsen. Sie bleiben in Sichtweite stehen, sodass wir sie ein bisschen beobachten können. Ein weiteres Highlight unseres Kurzurlaubs: Gämse im Altmühltal.
In Treuchtlingen geht es lecker griechisch Essen ins neu restaurierte Restaurant Delphi.

Strahlender Sonnenschein am zweiten Tag
Am nächsten Morgen weckt uns der Duft von frisch gebackenem Brot. Sandra hat uns einen Laib Brot vor die Wohnungstür gestellt. Nach unserem leckeren Frühstück unternehmen wir einen kleinen Morgenspaziergang. Nur wenige Meter vom Schloss entfernt fressen zwei Rehe. Sie bemerken uns zwar, machen aber keinerlei Anstalten, davonzulaufen. Schade, dass wir unsere Kamera vergessen haben …

Um 11 Uhr sind wir mit Sandra zu einer Schlossführung verabredet. Wir warten auf dem Innenhof, als sie plötzlich im Mittelalterkleid hinter uns auftaucht.
Diese Schlossführung bietet sie all ihren Übernachtungsgästen an. Meistens findet die Führung allerdings an Dienstagen statt und ist besonders für die Kinder ein echtes Highlight; denn am Ende der Schlossführung steht ein echter Ritterschlag.

Gemeinsam betreten wir das Schloss, das im ersten Stock von Sandras Schwiegereltern bewohnt wird. Im Erdgeschoss befindet sich eine beachtliche Privatsammlung von Sandras Schwiegervater Mike, den wir ebenfalls kurz kennenlernen. Ein Flügel, Helme, Souvenirs aus seinen Reisen nach Ägypten – hier findet sich fast alles, was man auch in einem echten Museum erwarten könnte. In einem der Bücherzimmer gibt es ein kleines Krönchen, das mir Sandra aufsetzt – so schnell wird man auf Schloss Möhren zur Prinzessin 😉

Weiter geht es über das Treppenhaus der ehemaligen Bediensteten in deren Zimmer. Wenige Schritte weiter kommen wir in einen Raum mit grün-blauen Blümchentapeten. Das Zimmer erinnert sehr an die 70er Jahre und Sandra erzählt uns, dass dort zuletzt eine Nonne gelebt hat. Seither wurde in dem Raum nichts verändert.

Wir gehen die Stufen nach oben, bis wir auf dem Turm des Schlosses angelangt sind. Von hier aus hat man einen noch viel besseren Ausblick über Möhren. Vor einem der Fenster entdecken wir ein Spinnrad. Wir fühlen uns sofort an das Märchen von Dornröschen erinnert.

Doch damit noch nicht genug: Wieder unten angekommen führt uns Sandra in die ehemalige Pförtnerwohnung, die inzwischen ebenfalls eine Ferienwohnung ist. Hier gibt es gleich zwei Besonderheiten.
Eine davon ist der Wohnzimmertisch der Wohnung – ein ehemaliger Schneidetisch aus der Privatsammlung ihres Schwiegervaters. Hier wurden Filme geschnitten. Über dem eigentlichen Schneidetisch ist jetzt eine Glasplatte angebracht – Geschichte zum Anfassen, sozusagen.

Die zweite Besonderheit befindet sich wie unser Aufgang in den Turm hinter einer hölzernen Tür mit Riegel. Öffnet man die Tür geht es einige Stufen nach unten zum ehemaligen Geheimgang der Burg. Inzwischen ist der Gang zugefüllt, da er einsturzgefährdet ist. Ursprünglich führte er aber ins andere Haupthaus des Schlosses und in die Kirche nach Möhren. Die Geschichte des Fundaments des Schlosses geht zurück bis ins Jahr 1137. Hier unten fühlt man sich fast ein bisschen wie im mittelalterlichen Kerker.

Wer Lust bekommen hat, seinen Urlaub auch auf so tolle Weise zu verbringen, sollte unbedingt auf der Seite von Schloss Möhren vorbeischauen. Hier findet ihr nicht nur alle Infos rund um das Schloss und euren nächsten Urlaub sondern auch einen Blog mit Ausflugstipps in Bayern und im Altmühltal.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

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EINMAL QUER DURCH DEUTSCHLAND

Diesen Sommer habe ich Großes vor: Es soll einmal quer durch Deutschland gehen.
Dabei gehe ich nicht selbst auf die Reise, sondern rufe Blogger und Hobbytexter deutschlandweit (gern auch aus den Nachbarländern!) auf, sich und ihre Heimat als Gastblogger bei Altmühltaltipps vorzustellen.

Gras-Sonnenuntergang-Sommer

Wie soll das ablaufen?
Mitte Mai 2017 soll das Projekt starten. Ziel ist es, dass jeden Montag ein neuer Blogger seine Heimat vorstellt. Egal ob Großstadt oder Einöde – sobald es einen Ort gibt, der für euch besonders sehenswert ist, seid ihr hier richtig. Stellt eure Heimat vor und verratet uns, was man dort unbedingt gesehen und erlebt haben muss.
So entsteht nach und nach eine Sammlung an tollen Orten in Deutschland, oft sogar direkt vor der Haustür, die man unbedingt besuchen sollte.

Wenn ihr Teil dieses Projekts sein möchtet, freue ich mich sehr über eure Nachrichten und Kommentare. Die ersten Blogger haben sich schon gemeldet und so dürfen wir uns jetzt schon auf Texte aus Lübeck, Höxter und der Insel Rügen freuen!
Sobald ein konkreter Plan mit den Tipps steht, findet ihr hier eine Aufteilung, die euch verrät, wann ihr euch auf welches Thema freuen dürft.

Ich würde mich freuen, wenn aus dem Projekt ein Erfolg wird und möglichst viele Leute daran teilnehmen! 

 

WETZLAR

Wir haben vorletzte Woche eine wunderschöne Fachwerkstadt in Hessen besucht. Das kleine Städtchen Wetzlar ist nicht nur architektonisch ein echter Hingucker, sondern gilt auch als Hochtechnologiestandort. Hier produzieren Unternehmen wie Zeiss und Leica. Außerdem befindet sich das Grab von Karl Wilhelm Jerusalem im Wetzlarer Rosengärtchen – er und sein Suizid waren einst Vorlage für Goethes Werther.

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In Wetzlar selbst finden sich zahlreiche Fachwerkhäuser mit kleinen Geschäften, Wirtshäusern und Museen. Beim Stadtspaziergang kommt man an einem der ersten Fotomotive von Oskar Barnacks Ur-Leica vorbei: dem Eisenmarkt. Den fotografierte er 1913. Noch heute findet man an der Stelle, an der er einst für das Foto stand, einen Abzug der bekannten Fotografie.
Wer mehr über die Fotografie und die Leica lernen möchte, ist im nahe gelegenen Leitz-Park an der richtigen Adresse. Hier befindet sich seit einigen Jahren die Leica-Erlebniswelt mit einzigartigen Fotoapparaten und Fotografien.

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In Wetzlar selbst sollte man auf keinen Fall den Goethe-Brunnen verpassen. Er ist unweit des Rosengärtchens, einer von vielen Parkanlagen, genauer gesagt ein ehemaliger Friedhof. Er erinnert an Goethes Werther, den er in der Stadt geschrieben hat.

Ein weiteres Muss auf der Liste ist der Wetzlarer Dom. Im weitesten Sinn ist er eine Kirche in der Kirche, da das Gemäuer aus rotem Sandstein nur um die altromanische Kirche gebaut wurde. Das wurde gemacht, um die Kirche während der Umbauphase weiterhin benutzbar zu machen. Leider wurde der Umbau Ende des 15. Jahrhunderts eingestellt. Daher erkennt man noch heute beide Kirchenschiffe.

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Für den perfekten Blick über die Stadt geht es hoch hinaus auf Kalsmunt. Aber Achtung: Der Weg dorthin ist sehr schlecht beschildert. Während wir fälschlicherweise die Straße entlang durch ein Siedlungsgebiet nach oben gelangt sind, geht der eigentliche Weg durch ein Firmengelände und dann über die Wiese hinauf. Egal wie ihr dorthin gelangt – oben hat sich der Weg allemal gelohnt.
Kalsmunt ist die Ruine einer Reichsburg, die man noch heute besteigen kann. Im Inneren der Ruine befindet sich ein Treppenhaus, das bis nach oben auf das Dach des Turms führt – von dort aus bietet sich ein spektakulärer Ausblick.

kalsmunt-wetzlar

Zwischen Wetzlar und Gießen liegt das Biebertal. Hier finden sich ebenfalls zwei Burgruinen nahe dem Örtchen Vetzberg, die definitiv einen Besuch wert sind. Besonders die in Vetzberg selbst ist ein echtes Highlight: Hier könnt ihr noch die Grundmauern der ehemaligen Burg sehen. Und auch hier ist es möglich, auf den Turm zu steigen. Das dürft ihr nicht verpassen!

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Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

CHINESENFASCHING IN DIETFURT

Vor einiger Zeit hat Marco von 336 Geschichten zu seiner ersten Blogparade aufgerufen. Er selbst bloggt seit über 10 Jahren und schreibt Geschichten aller Art. In seiner Blogparade hat er dazu aufgerufen, zum Thema „Ich bin lokal – ich schreib regional“ zu bloggen.

Da Altmühltaltipps ein sehr regionaler Blog ist, sind die Beiträge hier oft an Orte, Bräuche und Personen aus der Gegend geknüpft. Anlässlich der Blogparade möchte ich euch den Dietfurter Chinesenfasching vorstellen. Ein Thema, das durch die Faschingszeit sehr aktuell ist. Doch was genau hat es damit auf sich?

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Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Am 23. Februar ist es wieder so weit: Unsinniger Donnerstag. Der Tag, an dem die Chinesen in Dietfurt Einzug halten. Um 2 Uhr morgens beginnt der besondere Tag der Dietfurter. Maskierte laufen durch die Stadt und wecken mit ihren Rufen die Stadtbevölkerung.
Ab 13:00 Uhr kommen auch die ersten Auswärtigen in die Stadt. Dieses Jahr bringt DJ Mike Checkoff Stimmung in die Feiernden und verkürzt die Wartezeit auf den ersten Höhepunkt des Tages. Denn um 14:00 Uhr startet ein riesiger Faschingsumzug im China-Stil mit rund 50 Wägen und zahlreichen Musikkapellen.
Anschließend findet am Rathaus die allbekannte Podiumsgaudi statt.

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Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Der Chinesenfasching ist ein echtes Highlight des Altmühltaler Faschings. Kein Wunder, dass jedes Jahr mehrere tausend Besucher zum Chinesenfasching kommen. Eine Veranstaltung, die deutschlandweit übrigens einzigartig ist.
Was viele Leute aus der Region nicht wissen: Mit dem Rußigen Freitag ist der Chinesenfasching lang noch nicht vorbei. Erst zum Kehraus am Faschingsdienstag findet der Chinesenfasching sein Ende. Traditionell wird hierfür eine lebensgroße Faschingspuppe am Chinesenbrunnen in Brand gesetzt. Zum Abschluss erklingt die Chinesenhymne ein letztes Mal – ein Lied, das man in den Dietfurter Straßen zur Faschingszeit sehr oft hören kann.
Der Beginn der Chinesenregentschaft ist übrigens wie in allen Orten der 11. November des Vorjahres.

Wieso Chinesenfasching?
Hinter dem Brauch steckt eine alte Geschichte. Der Eichstätter Fürstbischof sandte einen Kämmerer nach Dietfurt, um Abgaben zu kassieren und um nach dem Rechten zu sehen. Die Dietfurter Bevölkerung wusste über das Vorhaben Bescheid und verschlossen die Stadttore. Der Kämmerer musste erfolglos nach Eichstätt zurückkehren und verkündete dem Bischof, dass die Dietfurter ihm wie Chinesen vorkämen, die sich hinter ihrer Mauer verschanzten.

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Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Der Chinesenfasching wie wir ihn heute kennen erstand wohl erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dort trat zum Fasching erstmals eine Blaskapelle mit dem Namen „Chinesen“ in entsprechenden Kostümen auf.
Nach dem Dritten Reich wurde der Brauch wieder aufgenommen. 1954 wurde der erste Kaiser, Ma-Ler-Gie, von der Bevölkerung gewählt. Seitdem gibt es jedes Jahr einen Kaiser, der ähnlich den klassischen Faschingsprinzen und –prinzessinnen über das wilde Treiben herrscht. Dabei haben die Kaiser allerdings eine längere Amtszeit. Mit 23 Jahren ist Boo-Dah-Washy der Kaiser, der wohl am längsten regierte. Fu-Gao-Di führt dieses Jahr zum zweiten Mal den Chinesenfasching an.

Apropos: Das Motto des diesjährigen Chinesenfaschings lautet „Fu-Gao-Di, unser Regent, sucht das bayerisch-chinesische Supertalent“.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

 

EIN HERZ AUS STEIN – wie der altmühljura die landschaft prägt

Oben am Berg bei Eichstätt findet man sie: riesengroß aufgeschüttete Hügel aus Geröll und kleinen Steinen. Einer davon befindet sich in der Nähe der Lüften, einem Einsiedlerhof mit italienischen Restaurant, und ist besonders hoch. So hoch, dass sich vor einigen Jahren Leute den Spaß erlaubt haben, ein Gipfelkreuz darauf zu errichten.

Doch der Schutt kommt nicht von irgendwo her. Da, wo er einst war, findet man jetzt große Krater in der Erde. Steinbrüche, in denen riesige Maschinen nahezu das ganze Jahr über damit beschäftigt sind, Naturstein, besser gesagt Jurakalkstein, abzubauen.

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Wie kommt der Stein in die Erde?
Beim Jura handelt es sich um ein Gestein aus der Gruppe der Sedimentgesteine. Diese Gesteine entstanden vor vielen Millionen Jahren, als sich verschiedenste Materialien nach und nach ablagerten.
Das geschah im Urmeer, das einst das Gebiet rund um das Altmühltal bedeckte. Sterbende Tiere sanken ins Meer und wirbelten durch den Aufprall Sand und kleinere Partikel auf, die sie bedeckten. So entstanden auch einige der Fossilien, die man heute rund ums Altmühltal in Museen bestaunen kann, beispielsweise im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen oder auf der Eichstätter Willibaldsburg.
Diese Schichten trockneten mit dem Urmeer aus. Aus dem verdunsteten Material wurde nach und nach Stein.

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Was geschieht beim Steinbruch?
Heute wissen wir um den Wert des Rohstoffs und bauen ihn schon seit Jahrhunderten in Steinbrüchen ab. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, um den Stein aus dem übrigen Boden zu lösen.

Variante eins ist das Brechen des Steins. Hierfür werden rund um das gewünschte Stück Löcher mit einem Steinbohrgerät gebohrt. Mit Eisen oder einem Lader wird versucht, das Stück Stein abzudrücken. Das ist der Grund, weshalb um große Steinblöcke immer wieder Löcher zu finden sind. Sie kommen von den Bohrgeräten.
Die zweite Variante ist die, den Stein abzusprengen. Das wird auch in unserer Gegend hin und wieder betrieben, ist aber oft weniger wirtschaftlich als die erste Variante. Durch das Sprengen kann der Stein in sich beschädigt werden und wird dann oft nur noch als Schotter weiterverwendet.

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Direkt nach dem Lösen des Steins aus dem Steinbruch wird der Stein in die Weiterverarbeitung geschickt. Manche Steine werden auch für die Wintermonate, in denen es gefriert und keine Arbeit im Steinbruch möglich ist, eingelagert. In der Weiterverarbeitung entstehen meist Fliesen, Fensterbänke oder Wandfassaden.
Im ersten Schritt wird die grobe Höhe festgelegt, die die Platte haben soll. In einer riesigen Sägeanlage wird der Stein auf die gewünschte Höhe gekürzt. Anschließend folgen die Bearbeitung der Tiefe und der Breite des Werkstücks.
Zu guter Letzt wird die Anmutung des Produkts herausgearbeitet. Je nachdem, ob ein Stein eher offenporig oder geschlossen sein soll, wird er gebürstet und gesandstrahlt oder poliert.

Apropos: Nicht nur der Ort, an dem Stein abgebaut wird, sondern auch der Vorgang an sich, wird als Steinbruch bezeichnet.

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Wie entstehen Schleifschlammseen?
Die Sägen, die nur durch den harten Stein kommen, schleifen eher als dass sie einen festen Schnitt setzen. Bei diesem Vorgang werden sie durch Kühlwasser vorm Überhitzen geschützt. Auch bei der Weiterverarbeitung fließt Wasser über den Stein, um die übrigen Partikel gründlich vom Werkstück zu entfernen. Dieses Wasser ist mit Steinstaub belastet und wird auch als Schleifschlamm bezeichnet, also verdicktes Wasser, das durch das Schleifen des Steins entsteht.

Durch hochwertige Verfahren kann das Wasser heutzutage nahezu vollkommen gereinigt werden. Früher, als die technischen Möglichkeiten noch nicht so ausgereift waren, wurden die alten Steinbrüche mit diesem Schleifschlamm befüllt. Der Steinstaub setzte sich am Boden ab und sedimentierte. Da das Wasser über die Zeit hinweg verdunstete, entstand so eine harte Steinfläche, die die ehemaligen Brüche nahezu vollständig bedeckt.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

ZWEI FÜRS LEBEN

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass ich dieses Buch in Rekordzeit lesen würde. Julia Hanels flüssiger und humorvoller Schreibstil zieht einen einfach in seinen Bann. Tolle Dialoge führen durch die schöne Geschichte, die das Buch erzählt. Aber erst mal eins nach dem anderen.

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Klappentext:
Als Anni nach einem schweren Unfall im Krankenhaus erwacht, hört sie eine fremde Stimme in ihrem Kopf. Sie gehört zu Ben, einem jungen Architekten, der behauptet, im Koma zu liegen und ihre Gedanken zu hören. Anni ist skeptisch. Doch am nächsten Tag ist Bens Stimme wieder in ihrem Kopf. Und am übernächsten auch. Schon bald werden die Gespräche mit Ben, die mal witzig und mal nachdenklich sind, zum Höhepunkt ihres Tages. Obwohl sie einander noch nie gesehen haben, kommen sich Anni und Ben immer näher. Zu nah, denn beide sind in festen Beziehungen. Trotzdem lässt sie die Stimme des anderen nicht mehr los, und Anni beginnt sich zu fragen, ob man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben kann …

Dabei wechselt die Erzählperspektive immer wieder zwischen Ben und Anni. Das führt dazu, dass man die beiden Charaktere besser kennen lernt und ihre Handlungen besser nachvollziehen kann. Beide Protagonisten sind sehr realistisch. Keiner ist perfekt und beide haben ihre Macken. Während Anni dazu neigt, sich ständig selbst zu bemitleiden kommt mir Ben oft etwas sprunghaft vor.

Eine tolle, gefühlvolle Geschichte mit unvorhersehbarem Ende, die ihr unbedingt lesen solltet. Gefühlvolle und nachdenkliche Dialoge, viel Romantik – einfach genial.

Das Taschenbuch kostet 8,99 Euro.
ISBN: 978-3-548-28672-3

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Julia Hanel zur Verfügung gestellt.